| ein Stück ging's noch an der Kasuar-Küste entlang - immer schön vorsichtig :) |
Wir haben Townsville dann besucht und festgestellt, dass Städte wohl nicht so unser Ding sind. Nach viel regenwaldigem grün und Landschaft mit Bergen wird man begrüßt vom freundlichen grau in grau des Gewerbegebiets. Wir verließen die Stadt nach 2 Stunden. Resultat: leckerer Kaffee, neue Schuhe und ein neues Bikinioberteil. Immerhin... :)
Dann ging's wieder ins Auto und weiter - Ziel: Whitsunday Coast - berühmt für weiße Strände, kristallklares Wasser und viele kleine Inseln. Viel tolles hatten wir gehört, können selbiges aber leider nicht so berichten. Dazu gibt es eine kurze Erläuterung: Ein Strand ist ein Strand. Und auch wenn der Strand ganz wunderschön ist, wenn man in den vergangenen Wochen schon ganz viele gesehen hat, ist es eben doch nur ein Strand. Es gibt Wasser, was ohne Frage sehr schön sein kann, aber eben auch immer wieder nur Wasser ist. Hin und wieder gibt es Korallen, aber an der Ostküste Australiens sind die leider oft weit weg vom Strand. Demzufolge konnten wir den Stränden gar nicht mehr so viel abgewinnen.
Außerdem ist es zu kalt zum Baden. Eine Tour zu den berühmten Whitsunday Inseln vor der Küste kostet ein kleines Vermögen und nach wie vor entscheiden wir uns lieber für Abendbrot :) Ende vom Lied: Mit der Whitsunday Coast sind wir irgendwie nie richtig warm geworden und unsere Beziehung war vorbei, bevor sie begann.
Hinzu kommt, dass all die tollen Budget-freundlichen Rastplätze in dieser Gegend scheinbar vergessen oder einfach mit "No camping"-Schildern versehen worden sind. Da blutet das Camperherz. Vorbei die Zeiten, des unbekümmerten Parkens mit Gleichgesinnten am Flussufer. Hier erwarten dich stattdessen malerische Teiche, mit Seerosen und Pferden im Hintergrund - davor ein großer Parkplatz, wie dafür gemacht, zu verweilen, Toiletten gibt es und sogar Picknicktische und ein BBQ... Und dann reißt dich das "NO CAMPING"-Schild aus den Träumen! In Großbuchstaben sogar! Als hätte man's in Kleinbuchstaben falsch verstehen können. Nun ja... Es geschieht sicher alles der Natur zuliebe und aus keiner bösen Absicht, und sicher erst Recht nicht, um den ollen Reisenden aus Spaß eins auszuwischen... Schade ist es trotzdem. Zumal du - man geht in Australien scheinbar davon aus, dass die Leute nicht selber denken können - aller paar Kilometer darauf hingewiesen wirst, dass Müdeigkeit am Steuer gefährlich ist, dass du Pause machen sollst usw usw... Parkplätze, um zu schlafen gibt es aber nicht mehr... Ein Dilemma.
So. Da sind wir schon wieder ein wenig vom Thema abgekommen :) Zurück zur Whitsunday Coast: Das Touristenmekka Airlie Beach haben wir in weiser Vorraussicht ausgelassen und sind stattdessen zum Hideaway Bay gefahren. Klang vielsprechend. War es auch. Ein schöner Strand mit ohne Menschen, dafür Inseln direkt vor der Küste und Sonne. Das war fein.
Damit haben wir unser Verlangen nach Strand aber erstmal gestillt und biegen nun ins Inland. Das ist irgendwie abwechslungsreicher und nicht so überfüllt.
Bevor wir den mutigen Schritt weg von der Küste wagten, wollten wir uns aber noch ein paar Infos in einem der zahlreichen Infocenter holen. Da trafen wir die Kompetenz in Person: eine ganz freundliche ältere Dame, die sich wirklich alle Mühe gegeben hat uns zu helfen, es am Ende aber irgendwie doch nicht konnte. Ein kurzer Zusammenschnitt unseres Gespräches (Gedächtnisprotokoll):
"Wo finden wir die Post?"
"Die ist etwas schwer zu finden. Ich hab sie auch erst vor Kurzem entdeckt - ich bin nämlich erst vor Kurzem hierher gezogen... von Sydney"
Hier haben wir uns das erste Mal gefragt, ob wir wohl die Antworten auf all unsere Fragen bekommen...
Es folgte eine umständlich lange Erklärung des eigentlich einfachen Weges, den wir mit aufmerksamen Augen auch allein gefunden hätten: Straße runter und an der Tanke links hätte als Erklärung auch genügt. Dann ging's weiter..
"Können Sie uns ein paar Infos zum Nationalpark geben?"
"Das ist sehr gefährlich dahin zu fahren. Haben Sie ein großes Auto? (guckt aus der Tür zu unserem Auto) Mit einem Caravan brauchen Sie's nämlich gar nicht erst versuchen. Das ist viel zu gefährlich! Die Straße ist total kurvig!"
"Das sollte mit unserem Auto kein Problem sein. Wir haben schon eine Karte von dem Weg dahin, aber wir wollten eigentlich ein paar Infos zu den Wanderwegen..."
"Die sind sehr gefährlich! Wenn Sie wandern dürfen Sie bloß nicht die Wege verlassen, das ist wirklich gefährlich! Es sind schon Leute verloren gegangen dort. Da sind schon welche gestorben!"
Man muss wissen, die Wanderwege sind hier im Schnitt so 1 bis 2km lang... :)
"Und wissen Sie ob wir da oben campen können? Muss man vorher was buchen?"
"Hm... Das ist eine gute Frage... Das weiß ich gar nicht. Ich muss da mal anrufen, glaub ich. Das haben mich jetzt schon so viele Leute gefragt. Ich weiß nicht ob man was buchen muss, aber campen kann man da."
"Und wissen Sie, wie das generell mit campen ist hier? Gibt es Rastplätze irgendwo am Straßenrand? Wir haben gar keine mehr gesehen..."
"Sie können nicht einfach am Straßenrand halten! Das ist viel zu gefährlich!"
"Doch. Das haben wir aber gemacht."
"Aber das ist viel zu gefährlich. Sie können da nicht einfach anhalten."
"Doch, da sind Rastplätze. Da kann man schlafen."
Völlig entsetztes Gesicht ihrerseits...
"Nein. Sie können da nirgendwo am Straßenrand halten. Da können Sie nicht schlafen. Das ist so gefährlich. Das ist verboten!"
"Aber nein. Wir haben da geschlafen. Das ist offiziell erlaubt. Das sind Rastplätze. Die hatten wir auf dem ganzen Weg von Perth bis hierher zur Ostküste."
Überraschtes Gesicht ihrerseits...
"Achso?! Hm... Na dann wissen Sie mehr als ich.."
Das dachten wir uns an dem Punkt auch, aber wir wollten ihr noch eine Chance geben...
"Und wenn wir Inland fahren wollen von hier nach Sydney? Gibt es da eine schöne Strecke?"
"Inland? Nein. Das ist viel zu gefährlich! Neben Sie lieber den Highway!"
Wie verlockend das doch auch klingt, so als Reiseziel... der Highway! :) Aber wir sind ja nicht so... Allerletzte Chance:
"Naja... Aber der Highway geht an der Küste lang. Wir wollen nicht an der Küste lang, wir wollen weiter im Landesinneren lang."
"Hm... Da kann ich Ihnen jetzt gar nicht so recht helfen. Dazu hab ich leider gar keine Infos. Aber Sie können ruhig selber nochmal in den Broschüren nachschauen..."
Wir haben dann selber nochmal geschaut, 2 dicke Broschüren über die groß ausgeschriebe Inland-Route gefunden und sind gegangen :)
Erster Stop auf unserem Weg war nun der Eungella Nationalpark - da gibt's ganz viele Schnabeltiere und wieder etliche Wanderwege.
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| die Landschaft ist geprägt vom Zuckerrohranbau |
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| Zuckerrohrplantagen so weit das Auge reicht |
Wir sind in einem urgemütlichen Buschcamp eingezogen. Name ist Programm: Die Duschen sind hier zum Regenwald hin offen und heißes Wasser gibt's nur, wenn jemand den Kamin anheizt.
| Duschen mit Waldblick |
Die Toilette im abenteurlich zusammengenagelten Klohäusel teilst du dir mit einigen großen Huntsman-Spinnen. Strom kommt entweder aus einer Autobatterie oder aus'm Generator und die Beleuchtung der Kochecke besteht aus Autoglühbirnen in Marmeladengläsern.
Hier wird Öko noch groß geschrieben :) Alle Bauten sind aus recycletem Holz gezimmert und der Opi, dem der Campingplatz gehört, lebt im Baumhaus und gönnt sich gern das ein oder andere 'Tütchen' - wahrscheinlich ganz umweltfreundlich im eigenen Gemüsegarten angebaut.
Die letzten zwei Tage waren wir also wandern: Regenwald, Wasserfälle, Felsen... Fetzt immer wieder auf's Neue :)
| mutige Flussüberquerung auf'm Weg zum Camp |
Und wir haben ganz viele Schnabeltiere entdeckt. Beim letzten Mal hatten wir ja nur eins gesehen und auch nur ganz kurz und in der Dämmerung. Aber diesmal wurden wir richtig gut unterhalten. Fast wäre das Schauspiel nicht mehr jugendfrei gewesen, denn wir hatten tatsächlich das Glück, ein Pärchen beim Vorspiel zu erspähen :)
| zwei kuschelnde Schnabeltier |
Wie niedlich die sind :)
Wir haben wieder ein kleines Video für euch gemacht, damit ihr wisst wovon wir reden, ohne dass wir uns mit wahrscheinlich ohnehin unzureichenden Beschreibungen den Mund fusselig erklären müssen :)
Wir haben übrigens auch erfahren, dass wir das zweite eierlegende Säugetier (das hatten wir in einem der letzten Blogs erwähnt) tatsächlich auch schon live und in Farbe gesehen haben. Der Schnabeligel von dem wir sprachen ist nämlich das Echidna. Davon hatten wir letztes Jahr eins gesehen, als wir in Hyden am Wave Rock waren.
| der Kookaburra - den haben einige von euch schon in Briefmarkenform auf der Postkarte bekommen |
| so richtige Berge haben die hier, mit besagten Serpentinen :) |
Hatten wir eigentlich schon von unserer Reisegeschwindigkeit berichtet? Besonders schnell sind wir nicht, aber sagen wir mal so... Stau ist ja immer nur hinten doof, ganz vorne geht's. Ratet an welcher Stelle wir sind :)


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