Dienstag, 26. Juni 2012

Vom Alltag und den ersten Kängurus

Zwei Wochen sind schon wieder vergangen. Ist das nicht total verrückt?! :) Wir sind wirklich erstaunt, wie schnell die Zeit hier weg ist. Als uns in frühen Kindertagen die Erwachsenen damit die Ohren vollgeheult haben, waren wir noch völlig verständislos: bis Weihnachten sind es noch unendlich lange 5 Tage und die Alten denken, dass die Zeit schnell vergeht?! Nun, da wir laut Personalsausweis selbst etwas erwachsener geworden sind, stellen wir mit Erstaunen fest -  die Eltern hatten, wie so oft, Recht. Interessant ist jedoch auch, dass wir uns laut Forschung gerade in einer Altersspanne befinden, in der die subjektive Wahrnehmung der Zeit wohl noch am realistischsten ist. Dies wiederum bedeutet, dass wir die Phase des "Mein-Gott-wie-die-Zeit-rennt" noch nicht mal richtig erreicht haben. Na super...
Nun aber genug mit dem uninteressanten Vorgeplätscher, denn wir wissen, dass ihr Fakten wollt :)

Wir haben unser neues Schätzelein namens Mercedes MB 140 vor inzwischen über zwei Wochen gekauft und sind - entgegen der üblichen deutschen Mentalität - rundum zufrieden. Er ist riesig, er ist sauber, er ist gesund, überaus hübsch und Made in Germany. Was will man mehr?! :) Jetzt müssen wir nur noch in die Gänge kommen und den anderen bunten Blecheimer verkaufen.

Wettertechnisch haben wir inzwischen richtig Winter. Anfangs hab ich die Bäume noch ausgelacht, als die anfingen bei so angenehmen Temperaturen ihre Blätter abzuwerfen. Aber die wussten schon warum. Nachts geht's jetzt gut an die Null-Grad-Grenze ran und auch wenn wir seit Donnerstag nach Tagen des Sturms, Dauerregens und Hagels wieder Sonne sehen - es bleibt frisch. Das hatte zur Folge, dass aus einem sogenannten "Männer-Krank", wie unsere Nachbarin es liebevoll nannte, sogar eine richtige Erkältung wurde. Aber wir haben überlebt und befinden uns auf dem Weg der Besserung.

Mit den restlichen Nachbarn auf unserer Straße nehmen wir nach und nach auch Kontakt auf. Da wäre beispielsweise der Günther aus Österreich. Er lebte mit seiner aus Simbabwe stammenden Frau erst in Südafrika, dann in Amerika und seit Anfang der 80er im beschaulichen Cottesloe. Die beiden hatten uns eingeladen und neben einem tollen Schwätzchen bekamen wir noch Kaffee und eine Menge toller Hausmannskost-Rezepte. Außerdem schreibt Günther den Newsletter für alle Anwohner der Straße und hat darin netterweise direkt noch für uns geworben :) Dies wiederum hatte zur Folge, dass Tobi gleich am nächsten Tag einen Gärtner-Job in der Tasche hatte. Womit nun die treuen Blog-Leser vielleicht selbst schon die Schlussfolgerung ziehen können... Für alle anderen mach ich das: "It's all about, who you know" - wie Recht Jeremy doch hatte :)
Hatten wir eigentlich schon mal erwähnt, dass es hier kaum freilaufende Katzen gibt? Ich hab mich seit unserer Ankunft gefragt, woran das wohl liegt. Sue, Günthers Frau, hat mir nun erklärt, dass das wohl eine Art Schutzmaßnahme für alle heimischen Tierarten ist. Die kleine süße Hauskatze würde nämlich, sobald man ihr erlaubte draußen herumzustreunen, alle Kängurus, Koalas und Wombats wegfangen, fressen oder vergiften... womöglich sogar alles zusammen. Dieses Monster! :) Rätsel gelöst. Danke Sue :)

Tobi macht übrigens gerade eine wirklich harte Zeit durch. Dank meiner Babysitting-Jobs habe ich mich nämlich in den vergangenen Tagen intensiv mit Kinderliedern, -spielen und -reimen sämtlicher Art beschäftigt. Damit ihr nun für die nächsten 7 Tage den gleichen Ohrwurm habt wie Tobi und ich, bitte folgendes Lied hören - Bis! Zum! Schluss! :) http://www.youtube.com/watch?v=8p1vq0SIy60

So. Nun zum nächsten Highlight: MEIN GEBURTSTAG :)
Wir hatten das erste Mal seit Wochen beide komplett frei und Tobi hat alles menschenmögliche getan, um uns beiden einen tollen Tag zu bescheren. Da wäre zum Beispiel ein ganz hübscher Geburtstagtisch... naja... ohne Tisch, denn den haben wir nicht. Es war also eher ein Geburtstagsfußboden. Aber der war dafür außerordentlich liebevoll bestückt mit Kuchen, einer Kerze und meiner geliebten pinken Gerbera (die ist fast schon Tradition). Anbei gab es eine edle Espressomaschine, mit der wir nun jeden Tag den Luxus frischen Kaffees genießen können. Außerdem gab's ein Glätteisen (in Kombination mit dem bereits vorhandenen Fön bin ich jetzt wieder ein richtiges Mädchen :) ) und - endlich - das so lang ersehnte Magnum Mandel. Ich hab direkt 3 davon verputzt :)
Dann ging's auf in den Whiteman Park (http://www.whitemanpark.com.au/)!!! Da sind wir nun fast 3 Monate in DownUnder und außer Vögeln und Hunden hat uns die Tierwelt tatsächlich noch nicht viel Außergewöhnliches geboten (liegt vielleicht am Stadtleben, aber das ist nur so eine Vermutung). Jetzt haben wir aber alles aufgeholt.
Knapp eine Stunde nordöstlich von uns liegt das bei Touristen recht beliebte Stückchen Buschland. Da sind wir also hingedüst. Etwa 500m vor der Einfahrt zum Park, ging's schon los mit der Tierwelt:
Pferde! :) Und als ob das noch nicht genug wäre war da ganz plötzlich... eine handvoll Kängurus. Da waren wir vielleicht baff! Schließlich hatten wir unser Ziel noch nicht mal richtig erreicht. Kaum im Park angekommen ging's gleich weiter. Heimlich hatten wir den offiziellen Weg verlassen und *schwupp* waren wir umzingelt von Kängurus. Unsere ersten richtigen Kängurus!!! Am ersten richtigen Sonnentag seit über einer Woche!!! Live und in Farbe! Und total lebendig! Da kamen wir aus dem Staunen gar nicht mehr raus. Das war vielleicht ein tolles Geburtstagsgeschenk :) Wir sind dann gute 2 Stunden durch's Buschland spaziert und dank des für Australier viel zu kalten Wetters sind wir in dieser Zeit absolut keiner Menschenseele begegnet. Herrlich :)
Auf diesem Weg nochmal ein großes, großes Dankeschön an all die fleißigen Gratulanten.

Ein Highlight jagt das nächste, das kennen wir ja schon. Deswegen kommen wir nun zu Tobi's ganz Persönlichem: FREO vs. ESSENDON. Für alle, die wie ich absolut nichts damit anfangen können: Es handelt sich hierbei um zwei hochrangige Australian Football-Mannschaften. Der ein oder andere erinnert sich nun vielleicht noch an unsere erste Nacht in DownUnder, bei der wir so nett von Familie Watt aufgenommen wurden. Der Familienpapa jedenfalls hatte Tobi nun am vergangenen Samstag eingeladen, das Erstliga-Spiel mit ihm anzuschauen. Live und in Farbe - wie die Kängurus! Im Subiaco-Oval-Stadion. Die Heimmannschaft hat leider verloren, was dem Spaß an der ganzen Sache aber keinen Abbruch tat.

Mehr spannende Geschichten gibt's dann auch schon wieder nicht zu berichten. Wir haben weiterhin unser Dach über dem Kopf, verdienen uns 'ne goldene Nase, treffen viele nette Menschen, babysitten, gärtnern, putzen, bäckern und - wenn Freizeit auf dem Plan steht - genießen wir :)


P.S. Randinfo an meine Eltern: Am 18.6. hatte ich das PERFEKTE Frühstücks-Ei!!

der MB 140 mit altem und stolzem neuen Besitzer


Geburtstagsfußboden

Geburtstagskind

Känguru #1 und #2...
... und #3 ;-)
Kängurujagd zu Fuß
Versteckspiel hinter'm Grashalm :-)
Tobi mit Familie Watt im Subiaco Oval

Donnerstag, 14. Juni 2012

Singapur - Picasa Fotoalbum

...etwas verspätet, aber immerhin :)

*einfach auf's Bild klicken und schon geht's los*


Sonntag, 10. Juni 2012

Vom Zufall und wie das Leben sonst so spielt

Inzwischen ist schon wieder über eine Woche vergangen seit wir ins Häuschen eingezogen sind. Außerdem haben wir heute zweimonatiges Reisejubiläum. Wie die Zeit vergeht...
Vergangenen Montag haben wir uns wieder ein Auto angeschaut, diesmal etwas genauer, sprich mit Werkstattcheck. Wir wollen ja nicht nochmal die Katze im Sack kaufen :) Unser Glück war übrigens, dass wir Montag dort waren, denn gestern haben wir erfahren, dass es am Donnerstag einen kleinen Tornado in der Stadt gab. Ein komplettes MC Donald's und 'ne Videothek sind jetzt überwiegend Sperrmüll. Was will uns Petrus damit nur sagen?! :) Wie dem auch sei... Wir haben also das Auto checken lassen und uns kräftig gefreut, weil es diesmal wirklich top in Schuss ist. Morgen wird es aus eben diesem Grund auch den Besitzer wechseln und dann können wir neben Auto #1 und Haus #1 auch Auto #2 "unser" nennen... Man gönnt sich ja sonst nichts :) Von dem guten Stück gibt es dann nächste Woche Fotos, wenn auch wirklich alles in Sack und Tüten ist. Bis dahin dürft ihr noch neugierig bleiben :)

In Sachen Arbeit können wir uns auch nicht beklagen. Wir haben beide gut zu tun und sparen und sparen. Wir verdienen jede Woche mehr und geben dafür immer weniger aus. Abgesehen von der damit einhergehenden Freizeitminimierung gibt es wohl kaum eine bessere Kombination. Tobi hatte eine 47h-Woche und arbeitet inzwischen seit 8 Tagen durch. Nebenbei ist noch Gartenarbeit angesagt. Da komme ich mir mit meinen 4- bis 8-Stunden-Tagen schon fast faul vor... Aber nächste Woche wird's wieder ruhiger. Da wollen wir dann auch unsere bunte Blechdose wieder in Schuss bringen und putzen und polieren und waschen usw. damit wir sie dann gut verkaufen können.
In Sachen "Arbeit" haben wir übrigens noch einen Hauptgewinn gezogen. Wir dürfen Housesitten. Diejenigen die fleißig unseren Blog verfolgen; wissen ja schon Bescheid, worum's da geht. Alle anderen... müssen jetzt alle Beiträge durchlesen :) Jedenfalls haben wir diesen grandiosen Housesitting-Job an Land gezogen. Vitamin B hat da wieder kräftig mitgeholfen, denn es ist das Haus der Tante einer Freundin von einer Dame bei der Tobi gärtnert und ich inzwischen auch putze :) Von Mitte August bis Mitte Oktober dürfen wir auf ihre 4 Wände und ggfs. auch auf ihren dicken Pudel aufpassen. Das sind ganze 8!!! Wochen. Ich betone das hier so, weil ich anfangs von 4 ausgegangen war, bis mir auffiel, dass sich zwischen August und Oktober ja noch der komplette September versteckt hatte :) Damit haben wir wieder ein Dach über'm Kopf und Duschen und all den anderen Luxus der westlichen Welt. Zauberhaft :)

Angesichts der guten bis übermäßigen Versorgung mit Gebäck haben wir inzwischen auch begonnen etwas Sport zu machen. Das ist insgesamt immer sehr witzig, weil sich keiner von uns beiden die Blöße geben will, vor den Augen des anderen zu versagen. Das spornt an und erhöht somit den Trainingseffekt :) An dieser Stelle gehen ganz herzliche Grüße an Martin, Ronald und alle Tanzmädels raus :) Und natürlich auch an Tobi's Leute vom ATK ;)

Des Weiteren bin ich jetzt stolze Besitzerin eines Föns. DAS Kaufargument schlechthin war natürlich das Wetter - mit nassen Haaren rauszugehen, wenn's doch so furchtbar kalt ist, soll ja nicht gut sein und bevor ich mich womöglich noch erkälte... Im Grunde genommen wollte ich aber auch hier schlichtweg nicht auf die moderne Technik und die damit verbundenen schier unendlichen Möglichkeiten der ästhetischen Aufbereitung verzichten. Punkt. :) Ich war zufrieden und Tobi hatte seine Ruhe :)

Nun... Inzwischen ist ja eigentlich schon genug passiert, aber das Schicksal, welches so langsam einer unserer besten Freunde wird, macht immernoch brav seinen Job. Pünktlich 3 Tage nach unserem Einzug schlug es wieder zu. Denn plötzlich und unerwartet stapfte da ein Fremder durch unseren Garten. Nach kurzem Hin und Her zwischen Empörung und Unsicherheit, ist Tobi ihm todesmutig entgegen getreten. Es war Andreas. Unser Nachbar. Aus Berlin. Wie praktisch :) Er arbeitet im Krankenhaus und lebt seit einiger Zeit mit seiner australischen Frau samt Sohnemann hier in Cottesloe. Der Grund warum er mit Kind und Hund in unserem Garten stand, war wieder der Zufall - der Ball war über die Mauer geflogen. Wir haben also ein wenig mit ihm geschnattert und kurz vor'm Verabschieden bot ich ihm noch meine Hilfe an, wenn mal ein Babysitter gebraucht wird. Und *pam* - so ein Zufall - der Kleine ist doch tatsächlich grad krank und sie bräuchten wirklich dringend jemanden der auf ihn aufpasst :) Somit hatten wir nicht nur ganz tolle Nachbarn kennengelernt, sondern ich hatte am Dienstag auch gleich 'nen Babysitting-Job. Am Samstag - sprich gestern - übrigens gleich nochmal. Da durfte ich dann noch meine Qualitäten im Kinderschlafliedersingen unter Beweis stellen. Ich war überrascht, dass der Kleine so lange so tapfer zugehört hat :) Immerhin wird er zweisprachig erzogen - da kann ich das alles fein auf Deutsch machen.

Seit einigen Tagen zeigt sich hier auch der Herbst. Und wie! Abgesehen von dem Mini-Tornado gibt es Regen. Viel Regen. Und heute wieder viel Wind. Auch mit Regen. Laut Wetterbericht wird das die ganze nächste Woche so bleiben. Wie sehr man sich da über das Dach auf'm Kopf freut. Wobei - selbiges ist auch nicht ganz dicht. Just an diesem Tag, wo sich Hagelschauer und Platzregen über das beschauliche Cottesloe hermachten, beschloss es nämlich, trotz der kürzlichen Reparatur, kaputtzugehen. Unser "Hausverleiher" war unendlich froh, dass wir grad hier drin leben und es somit überhaupt jemand mitbekommen hatte - na so ein Zufall :) Eine Nacht mussten wir jedenfalls mit Dachschaden überstehen. Kein Problem, denn das Leck war nicht in unserem Zimmer und unser Campingwaschbecken hat die Treppe vor größeren Wasserschäden bewahrt. Am nächsten Morgen wurde dann auch alles wieder repariert. Hätten die das mal gleich die Deutschen machen lassen... Aber hinterher kann man ja immer klug reden :)

Gestern haben wir uns dann noch mit dem Schweizer Patrik und seiner Freundin Shelly wiedergetroffen. Die beiden beherbergten uns ab der zweiten Nacht hier in Australien und wir hatten uns nun einige Zeit nicht gesehen. Da war die Freude groß :) Haben auch direkt noch ein Lob für unser Englisch abgefasst, was sich in den letzten Wochen wohl merklich verbessert hat :) Das Paket ist übrigens immernoch nicht da :( Aber Patrik hat auch erst vor 3 Wochen 'ne Weihnachtskarte aus der Schweiz bekommen. :)

Nun ja. Von überragenden Naturtrips, Känguru-Gucken, Wombat-Wuscheln und Koala-Knuddeln können wir immernoch nicht berichten. Aber wir hoffen, dass wir's in den nächsten Tagen mal wieder hinbekommen, die Umgebung weiter zu erkunden. Der Swanriver steht immernoch auf'm Programm... Und so langsam macht sich auch die Vorfreude auf MEINEN GEBURTSTAG breit!!!!! :)

unser geräumiges Wohn- und Schlafzimmer inkl. Frühstückstisch

unsere Küche
Vollmond

Ausblick auf Perth

ein Hoch auf das deutsche Bäcker-Handwerk




wer errät, wieviel da liegt, bekommt 750g Erdnüsse :)
ja - auch Brote haben manchmal Angst

Freitag, 1. Juni 2012

Ranger Danger #2

Das an einem Tag sooo viel passieren kann...
Wir hatten von dem netten Ranger die Erlaubnis, auf dem Parkplatz zu frühstücken solange wir nur woanders schlafen. Gesagt, getan. Haben kurz unser Vitamin B aktiviert und auswärts geschlafen. Dann ging's zum Frühstück zurück ans Meer und wer taucht da plötzlich auf? Unser Ranger - mit einem zur Faust geballten Gesicht und einem Zettelchen in der Hand, der so schnell an unserer Windschutzscheibe landete, dass wir kaum Möglichkeit hatten, zu reagieren. Wir also schnell das Brot beiseite gestellt und aus'm Auto gehüpft. Da entpuppte sich der so nette Ranger als ganz schön garstig. Campen wäre verboten und was wir machen ist ja nun mal Campen und egal was er gestern gesagt hat, heute gilt das nicht mehr und er möchte alle Camper aus dem beschaulichen Cottesloe loswerden. Was für ein Tagesstart. Da kreisten uns gefühlte 8 Millarden Gedanken durch den Kopf, wie man der Strafe nun entgehen kann, gepaart mit einem gewissen, nennen wir es gelinde "Groll" auf den Ranger. Und dann - ging's um 9 erstmal auf Arbeit. Die nette Familie bei der ich putzen war (Tobi war woanders gärtnern), hat selbst einige Jahre Backpacker-Erfahrung und konnte unser Leid sehr gut nachempfinden. Da gab's erstmal 'nen Tee statt Putzlappen und ich konnte mich am Küchentisch gründlich ausheulen. Es war dann wohl das Mitleid, was sie trieb, denn keine Stunde später bekamen wir das Angebot, eine Nacht bei Ihnen in der Garage stehen zu dürfen, inkl. Dinner mit der Familie. Gab's gleich wieder Tränen bei mir, diesmal vor Freude... Zur Randinfo - das Gesetz besagt, dass jegliches Übernachten oder in sonstiger Art und Weise Campen auf öffentlichem Eigentum (Parkplätze, Straßen, ...) untersagt ist und mit entsprechender Strafe geahndet wird. Das heißt: 2 Monate Verwahrung des Autos zzgl. sämtlicher Kosten dafür plus 100$ grundsätzliche Strafe und - wie überall - wenn man denen blöd kommt, kannste auch im Knast landen. Jedenfalls ergibt sich daraus, dass man auf Privatgelände nach Lust und Laune Campen darf. Wir uns also riesig gefreut (also ich, weil Tobi wusste noch nix davon) und fleißig weitergearbeitet... Und als ob das Angebot nicht schon wahnsinnig, wahnsinnig lieb gewesen wäre - nein! Da kam der Familienvater nach zwei weiteren Stunden nochmal und meinte folgendes: Wir müssten doch nicht bei ihnen schlafen, denn er hat mit seinem Bruder telefoniert, der gerade sein Haus renoviert. Dieses steht nun eben leer, bis auf die paar Handwerker, die tagsüber dort zugange sind. Und wenn wir da nun ein bisschen mit werkeln, können wir für die nächsten Tage bis Wochen bis Monate (!!!) einfach dort wohnen!!! *schwupp* wieder geheult :) Ich kann nun also zusammenfassen: angefangen mit einem tollen Morgen, dann plötzliche Hoffnungslosigkeit, dann doch wieder Hoffnung bis hin zur völligen Überwältigung, Sprachlosigkeit und unendlicher Dankbarkeit - alles an einem Tag. Nun haben wir also ein fast leeres Haus mit Duschen (!!!) und Herd und dürfen darin leben. Und alles was wir dafür tun müssen, ist beim Bau mithelfen und keine Riesenpartys feiern. Da fehlen uns die Worte und wir überlegen so langsam, wie uns dafür wohl bedanken können. Aber vielleicht war im Lebensplan von uns für heute auch einfach nur ganz viel Glück vorhergesehen und wir müssen uns über das "Danke" keine Sorgen machen. Eins habe ich heute jedenfalls wieder gelernt von unserem "Hausverleiher": 'It's all about, who you know'