Mittwoch, 9. Januar 2013

Ostbesuch

So. Weihnachten ist durch. Back to normal... naja... fast... denn wir haben ja immernoch... richtig! - URLAUB :) hihi

Wer die Nachrichten verfolgt hat, wird vielleicht schon festgestellt haben, dass wir weiterhin mit der Hitzwelle kämpfen. Selbst das schnöde am Strand rumgammeln wird zur Herausforderung und wir waren heilfroh, als wir endlich die Fernbedienung für die Klimaanlage im Haus gefunden hatten.
Schnorcheln waren wir aber trotzdem mal. Tobi ist ja schon ein alter Hase im Geschäft, ich dagegen wurde in der Hinsicht quasi vom Indischen Ozean entjungfert. Hat jemand schon mal Schnorcheln probiert? So richtig? (Tauchen in der Badewanne zählt nicht!) Gar nicht so einfach, wie ich finde. Zum einen ist dein Gesicht dank Taucherbrille ja doch recht zusammengematscht. Zum anderen wirst du gezwungen nur durch den Mund zu atmen. Das ist quasi wie Schnupfen. Nur unter Wasser. Nicht so toll, wenn man sich noch nicht daran gewöhnt hat. Meine erste Schnorchelerfahrung gestaltete sich wie folgt: rein ins Wasser - Brille auf - Hinweis von Tobi, dass man erst in die Brille spuckt, damit die nicht beschlägt (wie eklig ist das denn bitte?!) - Brille ab - reinspucken - wieder abwaschen - aufsetzen - Schnorchel in den Mund stopfen - Brille wieder ab, weil sie doch beschlägt - Schnorchel nochmal raus - wieder von vorn anfangen - alles fertig und schnell mit'm Kopf unter Wasser - Kopf wieder raus, weil's überraschend kalt war - Kopf wieder rein - Kopf wieder raus, weil Wasser im Ohr - Kopf wieder rein und dazu entschließen, nicht zu versuchen, die Ohren über Wasser zu lassen, sondern gleich ganz untertauchen - unter Wasser bleiben und versuchen zu entspannen - feststellen, dass man vergessen hat, zu atmen - atmen - auftauchen, weil durch die Nase geatmet und Wasser in der Brille - nochmal von vorn anfangen...
Nach der ersten viertel Stunde dieses Prozederes ging's dann schon ein bisschen besser. Nach weiteren 10 Minuten verlieren sich auch die Krämpfe im Nacken. Dann sind es nur noch die Wellen und darausfolgende Orientierungslosigkeit oder Salzwasser im Schnorchel, die einem das Leben schwer machen. Sonst ist Schnorcheln aber wirklich schön :)

Abgesehen von tollen Badeerlebnissen, hat Tobi zwischen den Feiertagen und ein bisschen danach unser Auto vollendet. Wir sind jetzt voll ausgestattet mit Strom, Kaffeemaschinenabstellbrettchen, bunt lackierten Schränken, Geheimfächern, Sicherheitskisten, getönten Scheiben und und und... Das ganze Besteck, Leute!!! Luxus auf vier Rädern. Danke Tobi!!! :)
Und als ob die fleißige Bastelei noch nicht genug wäre - Tobi war zwischendurch auch noch beim Sport. Sein Chef leitet eine Sportgruppe, wo sich alle Teilnehmer dreimal wöchentlich die Seele aus dem Leib schwimmen, rennen und wasweißich. Von Insidern wird dieses lustige Beisammensein auch liebevoll als Boot Camp bezeichnet :) Da war Tobi also kürzlich. Einmal. Seitdem erstmal nicht mehr :) Und beim Schwimmen durch den Ozean hat er ärgerlicherweise auch noch eine innige Umarmung mit dem ortsansässigen Quallenrudel machen dürfen. Die possierlichen Tierchen gehören zur Gruppe der Würfelquallen und sind so gar nicht nett, wenn man denen zu nahe kommt. Ergebnis: Auaweh für einige Tage und nach Abklingen der Beschwerden Wiederaufflammen mit behandlungsbedürftigem Ausschlag. Helfende Worte werden dankend angenommen :)

Silvester war hier unten auch. Überraschung! :) Am Vortag waren wir bei unseren lieben Erste-Nacht-Gasteltern Watt zum BBQ eingeladen. Lustiges Beisammensitzen, Schwatzen, Tischtennisturnier und Entspannen im Whirlpool war inklusive. Bald geht auch wieder die Footy-Saison los, da werden wir uns hoffentlich wieder öfter sehen :)

Zum Jahreswechsel waren wir dann bis 19.00 Uhr noch völlig planlos, was die Abendgestaltung betrifft. Spontan wie wir aber sind, haben wir uns mit Freunden am Strand getroffen, 'nen Abstecher in eine schicke Bar gemacht, bei gefühlten 800 Grad ein bisschen getanzt und dann freudig das neue Jahr begrüßt, um gegen 1 wieder am Strand zu landen und 2013 anzubaden :)
Großes Tamtam gibt es hier zu Silvester nicht. Feuerwerk ist im Großen und Ganzen verboten, es gibt nur hier und da ein paar Kleine, wenn die Verantwortlichen der Stadtteile sich die Mühe machen, den Papierkrieg anzutreten. Private Lichtgewitter gibt es generell nicht - Brandgefahr und zu viele Leute, die damit Blödsinn machen (überall das gleiche auf der Welt). Ein riesen Generalfeuerwerk in Perth gibt es erst am 26. Januar zum Australia Day - da sind wir aber nicht hier :)
Jedenfalls kein Geböller und Geknalle ab nachmittags und auch um 12 nicht. Erstaunlich überhaupt, dass die Australier so lange wach bleiben, wo die meisten Feiern doch schon um 10 zu Ende sind. Mitternacht wird also nur kurz runtergezählt, noch 5 Minuten weitergetanzt (wohl eher aus Anstand) und dann aber nix wie heim.

Neujahr hatten wir dann eine ganz tolle Jahresstartfreude - en Ossi. Lydi hat den weiten Weg aus Neuseeland angetreten (nein, es liegt nicht direkt um die Ecke, sondern 10 Flugstunden entfernt), um uns bis Mitte Februar mit ihrer Anwesenheit zu beehren.


Das erste Highlight war dann direkt das SOUTHBOUND-Festival. Am 3.1. fiel der Startschuss in ein grandioses Wochenende für uns drei! Wir Mädels sind 2,5h in den Süden nach Busselton gefahren, um dem größten Festival von Western Australia beizuwohnen. Und Tobi hatte sturmfrei :)
Zu zweit campen im Ein-Mann-Zelt, 2 Tage ungeduscht bei 40 Grad und jede Menge tolle Bands - das war unser Wochenende. Wir waren schon einen Tage eher angereist, um die Gegend zu erkunden und zelteten eine Nacht im Hintergarten eines Backpackers. Da konnten wir auch gleich unser Erste-Hilfe-Wissen auffrischen, denn ein Bewohner hatte ein epileptischen Anfall, keine 2 Stunden nach unserer Ankunft. Das war ganz schön gruselig.
Das Festival selbst war klasse. Lydi hatte wohl sogar noch mehr Spaß als, denn im Gegensatz zu mir kannte sie die meisten Bands :) Abgesehen von toller Musik waren auch die Menschen unwahrscheinlich unterhaltsam. 'Zurück in den 80ern' hätte man das musikalische Großereignis auch betiteln können. Alles was wir aus der DDR erfolgreich verbannt hatten, wird hier voller Stolz und tatsächlich ganz ohne Ironie getragen und - jetzt kommt's - schön gefunden!!! Hosen oder Röcke, gern auch Hosenröcke bis zum Bauchnabel, dazu bauchfreie Polyester-Shirts (wobei man vom Bauch ja eh nix sieht, weil der Bund zu hoch ist) und die Zöpfe, die man so schön ausgeflippt an der Seite des Kopfes trägt. Das alles dann noch in knallbunten Mustern (Leopard steht sehr hoch im Kurs), die auf gar keinen Fall irgendwie zusammen passen dürfen. Kombiniert wird dies mit bunten John-Lennon-Sonnenbrillen. Und auch unsere geliebten Plastiksandalen sind zurück. Als letztes Must-Have-Accessoire kommt dann noch der gute alte Netzbeutel oder der schicke Grundschul-Wandertags-Rucksack mit Goldschnalle und los geht's zum Feiern. Ganz im Ernst - da läuft doch irgendwas schief. :)
Sonst war's aber wirklich toll und in jeder Hinsicht ein unverzichtbares Erlebnis.

Tobi hatte abgesehen von 4 unglaublich entspannten, weil frauenfrei, Tagen ein spannendes Tennisturnier auf dem Programm. In Perth findet derzeit der Hopman Cup statt und da hatte er für das Spiel Deutschland gegen Serbien Karten ergattert. Sehr unterhaltsam wie uns stolz berichtet wurde, auch wenn Deutschland verloren hatte.



Nun folgen für uns drei noch ein paar Tage Sightseeing bevor wir am Freitag gen Süden aufbrechen.

Fotos folgen :)

1 Kommentar:

  1. tröstende Worte nützen da nix, eher tröstende Schwingungen, die den halben Erdball umrunden können.....;) sind sie schon da???

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