Sonntag, 20. Januar 2013

Jungfernfahrt

Startschuss für unsere große Reise fiel am Freitag, dem 11.1.
Den Tag zuvor unterzogen wir uns noch einer Sightseeing-Tour durch Fremantle (inklusive Besichtigung des ältesten Gefängnisses von WA) und genossen einen fetten Lammbraten zum Dinner.

Los ging's dann gen Süden mit ersten Zwischenstopps in Mandurah (mit einer Wasserfront die zu Recht als „kleines Venedig“ bezeichnet wird) und am Lake Clifton. Dort bekamen wir von ein paar Fischern fangfrische Krabben geschenkt, welche unser erstes Camperabendbrot zu einem recht Leckeren aufwerteten.

Samstag, 12.1.
Nach einer ruhigen Nacht ging es zum Frühstück an den Strand von Binningup - eine beschauliche Siedlung ohne nennenswerte Highlights :) Und nach einer morgendlichen Sportrunde mit Meerblick weiter nach Australind - einem ebenso ereignislosen Dörfchen am Meer. Schon früh stellten wir also fest, dass die bewohnten Gegenden hier wohl nicht die erhofften Sehenswürdigkeiten bieten werden und wir stattdessen auf's Land flüchten mussten. Also traten wir die Weiterreise in den dünner besiedelten Süden an, mit Halt in Bunbury - wieder eine Stadt, diesmal aber die zweitgrößte von Western Australia, was Hoffnung aufkommen ließ. Hier gab es zumindest ein paar spannende Felsformationen - den Wyalup-Rocky Point mit Basalt Rocks. Außerdem konnten wir den Leuchtturm bestaunen und auf einen Aussichtsturm klettern. Wohoo :)

Es war nun auch schon Sonntag, der 13.1. (vor allem für Geburtstagkinder ein toller Tag :) ) und vor der Abfahrt nach Busselton stromerten wir noch durch den Mangroven Park. Wirklich schön anzusehen, aber leider auch nach einer halben Stunde abgehandelt, weil die eigentlich artenreiche Vogelwelt hitzefrei hatte :) Also Startschuss für die Abfahrt - nächster Stopp: Peppermint Grove Beach. Zauberhaft! Ein paar Kilometer weiter in den Süden zauberten eine willkommene Abkühlung dank Wolken und der fast menschenleere Strand ließ sich am besten mit Bier und Nickerchen genießen :) Aber wir sind ja nicht zum Urlaub hier, also stiegen wir am späten Nachmittag doch noch einmal in den Van, um die letzten Kilometer bis Busselton zu fahren.
Das war ein bisschen wie Ostseedorf dort. Wer als vorbildlicher DDR-Bürger jedes Jahr da hoch gefahren ist, kennt das - eine lange Hauptstraße mit Cafés, Restaurants und Souvenirläden, der Konsum nicht weit und dann eine endlos lange Strandpromenade mit toller Seebrücke. Dieser 1,8km lange Holzsteg ist der längste seiner Art auf der Südhalbkugel und eignet sich wunderbar zum Spazieren, Angeln und als Sprungturm. Lydi nutzte die Gunst der Stunde für einen Tauchgang, denn zwischen den Pfeilern hat sich dank warmer Meeresströmung ein beeindruckendes Korallen- und Tropenfischleben entwickelt.
Am 15.1. waren wir auch zu dritt nochmal da Schnorcheln, aber aufgrund der Riesenwellen war das an diesem Tag ein eher anstrengendes Vergnügen. Gerade wo ich doch so ein Naturtalent beim Schnorcheln bin :)

Dann ging's am gleichen Tag weiter nach Dunsborough, eine 4000-Seelen-Ferienstadt, welche von unserem Reiseführer liebevoll wie folgt beschrieben wird: "Sieht man von den langen Badestränden in der geschützten Bucht ab, hat sie mit ihrer modernen Infrastruktur keinen besonderen Charme." Wie nett :) Wir finden's hier allerdings recht gut, denn die Lage ist optimal, um die Gegend zu erkunden und zur Nachtruhe immer wieder hierher zurückzukehren. Praktischerweise haben wir einen der freundlichen Einwohner getroffen und er beherbergt privat einige Reisende in seinem Häuschen (z.Zt. 2 Neuseeländerinnen, 2 Italiener, seinen Freund und uns). So ergibt sich eine wunderbare Hostelatmosphäre, die dank humaner Preise auch für unser Portemonnaie geeignet ist (eine Nacht im Caravan Park würde uns 80$ pro Person! kosten).

17.1. - Lydi's Geburtstag (sie erinnerte uns seit ihrer Ankunft daran, d.h. selbst wenn wir es gewollt hätten - wir hätten ihn nicht vergessen :) )
Dank guter Führung hatte sich Lydi also ein paar Geschenke und einen netten Tag verdient :) Sie hatte sich auch schon selbst ein Geschenk gebucht, welches aufgrund schlechter Wetterbedingungen aber auf Samstag verschoben wurde. Mehr dazu gleich…
Wir starteten mit einem ausgiebigen Frühstück am Strand (naja… es war windig… also saßen wir im Auto). Aber was für ein Strand!!! Nachdem wir diesen entdeckt hatten, wussten wir, dass die Broschüren nicht zu viel versprochen hatten und die Gegend hier tatsächlich mit traumhaften Buchten gespickt ist. Also starteten wir mit vollen Mägen in Richtung des nahegelegenen Cape Naturaliste und hielten an jedem Strand entlang des Weges - einer schöner als der andere, ohne Mist! :) Castle Rock, ein großer Fels am Meeresrand mit gigantischer Aussicht, gefolgt vom Meelup Beach, anschließende Felsenlandschaft mit beeindruckenden Farbspielen und Eagle Bay - ein… Bilderbuchstrand, aber doch ein bisschen unspannend wenn man den Rest schon gesehen hat :)

Wieder zu Hause angekommen, startete unser Beautyprogramm für das bevorstehende Geburtstagsdinner nahe der sogenannten Bunker Bucht in einem Nobelrestaurant. Oh mein Gott!!! Was war das für ein Dinner!!! Pastete als Vorspeise, gefolgt von Ente, Fisch und Paella als Hauptgang, abgerundet mit Lava-Cake (der mit der flüssigen Schokolade innen), einem Baiser-Eiscreme-Kunstwerk, frittierten Apfelscheiben an Macadamia-Eis und echtem Nougat. WHOA!!! Ihr habt ja keine Ahnung :) Dazu gab's regionalen Wein und Cocktails und jede Menge gute Laune und Geburtstagsfreude. Abgerundet wurde dieses sagenhafte Abendbroterlebnis mit einem Geburtstagsanruf von den lieben Eltern und einem gemütlichen Beisammensitzen mit den anderen als wir wieder zu Hause waren. Ein GROßES DANKESCHÖN geht an dieser Stelle an Lydi's Eltern, die uns dreien dieses Spektakel als Geschenk gemacht haben. DANKE DANKE DANKE!!! :)

Freitag stand die nächste Tour auf dem Programm: above and below - über und unter der Erde. Es ging zuerst zum Cape Naturaliste, um den Leuchtturm zu bewundern. Anschließend fuhren wir zur Ngilgi-Höhle, welche über 30m tief in die Erde führt. Spannendes Erlebnis mit beeindruckenden Lichtspielen.

Samstag hat das Wetter für Lydi richtig auf die Ka… gehauen und somit konnte das selbstgemachte Geburtstagsgeschenk endlich eingelöst werden - ein Tauchgang zum "HMAS Swan" Wrack. Dieses 124m lange ehemalige Marine-Schiff wurde in den 90ern absichtlich versenkt und darf nun in 30m Tiefe von abenteuerlustigen Bademäusen bestaunt werden. Über 100 verschiedene Fischarten gibt es zu entdecken (Lydi hat gezählt! :) ) und Leute ohne Platzangst dürfen auch gern die kuscheligen, dunklen, engen Räume durchstöbern.

So… Wer's bis hierher geschafft hat bekommt ein dickes Lob :) Falls wir ein bisschen regelmäßiger dieses Internet finden, von dem immer alle reden, schaffen wir es vielleicht auch, die nächsten Einträge etwas kürzer zu halten :)
Als Belohnung für fleißiges Lesen folgen jetzt mit nur einem Klick ganz viele tolle Fotos. Viel Spaß!

Sonnige Grüße in den Winter von uns dreien und bis bald :)

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