Sonntag, 8. September 2013

Sydney - Willkommen in der Zivilisation

Nach ganz viel Dorf, Bergen, Kühen und Landluft war es Zeit über Sydney herzufallen. Neben Sightseeing stand ja auch eine kleine Familienzusammenführung auf dem Plan und die Vorfreude war groß.
Als wir auf unserem Weg in die Stadt das erste Mal Harbour Bridge, Oper und Skyline entdeckten fühlten wir uns ein wenig wie Crocodile Dundee. Eine so bekannte Stadt und wir mitten drin.

Großstadtdschungel

Das Getümmel hatten wir allerdings recht schnell wieder satt, als es darum ging, die passenden öffentlichen Verkehrsmittel ins Stadtzentrum zu finden. Verständliche Beschilderung zählt nicht zu Australiens Stärken. Wenn man deutsche Haltestellen gewöhnt ist und sich hier dann erhofft einen Straßennamen an der Haltestelle zu finden, schnippt einem die Realität aber mal ganz fies an die Nase. Hier gibt's nur Nummern und die muss man auch erstmal finden. Großer Vorteil hier in Sydney jedoch - Busse fahren nicht nur aller drei Stunden :)
Nach ein bisschen Hektik und Fluchen haben wir's aber schließlich doch in die Stadt geschafft. Dort trafen wir meinen Bruder und Britta, seine Freundin. Im Viererpack ging's durch die Stadt - am ersten Tag noch etwas planlos und überwiegend auf der Suche nach leckerem Essen. Am zweiten Tag ging's aber auf großes Touri-Tour. Angefangen haben wir beim Bondi-Beach. Der ist wohl sehr berühmt für seine Surfer und keine Ahnung was noch, aus unserer Sicht wird das aber völlig überbewertet :) Wir besuchten ihn nur seiner öffentlichen Toiletten wegen und weil es Spaß macht, sein Frühstücksmüsli dort zu mampfen, wo sich andere schon am frühen Morgen in Fitnessgrüppchen auspowern :) Da wir nicht nur den Strand sehen wollten sind wir auch noch mit der Fähre gefahren. Da hatten wir einen prima Blick auf's Opernhaus und die bekannte Brücke.


Opernhaus und Harbour Bridge


Dann ging's ein bisschen wandern im Pinguin-Nationalpark. Blöd nur, dass die Pinguine nachtaktiv sind. Das hatten wir nicht bedacht :) Abgerundet wurde der Tag mit Besuchen im botanischen Garten, der Kunstgallerie und Kings Cross - die Dresdner Neustadt von Sydney. Die große Touri-Runde war damit schon abgehakt und somit konnten wir den nächsten Tag ganz entspannt angehen. Es stand noch ein gemütliches Abendessen mit Günther an. Das ist der liebe Österreicher, den wir noch aus Perth kennen. Er verbringt mit seiner Frau gerade ein paar Wochen in seiner Zweitwohnung in Sydney. Es gab also Bolognese, Sherry, lustige Geschichten, gute Laune und Wiedersehensfreude. Das war ein wirklich gelungener Abschluss unseres kurzen Sydney-Aufenthaltes.

Am nächsten Morgen wartete schon das nächste Abenteuer auf uns - VANUATU! Dieses ganz besondere Land hat sich einen eigenen Blog-Eintrag verdient :)

Zum Abschluss folgt wieder eine lustige Episode aus unserem Alltag: Das Zu-Bett-Gehen :)
Für Tobi ist das recht einfach. Zähneputzen, Schlafzeug an, einmummeln, Mütze auf, fertig.
Frauen brauchen bekanntlich länger und ich bin da keine Ausnahme. Nach dem Zähneputzen geht's also erstmal Pipi und es wird sich aus den Klamottenschichten geschält, die notwendig waren, um beim Lagerfeuer Betriebtstemperatur zu halten. Fleecejacke aus, Strickjacke aus, T-Shirt aus, Unterhemd aus. Dann wird geningelt, dass es zu kalt ist. Schlafunterhemd an. Kopf an der Autodecke stoßen und fluchen. Schlafpullover an. Schlaffleecehemd an. Fluchen, dass die Haare elektrisch geladen sind und an der Lippe kleben. Jogginghose aus. Socken aus. Feststellen, wie kalt der Fußboden ist. Äußern wie kalt der Fußboden ist und wie schön doch Sommer war. Schlafjogginghose an. Schlafsocken an. Ins Bett kriechen. Erste Decke aufklappen. Zweite Decke aufklappen. Fleecedecke um die Füße wickeln. Über die Kälte fluchen. Ningeln, weil die Fleecedecke nicht sitzt. Fleecedecke zurecht fummeln. Füße in den Schlafsack schieben. Alles zurecht zuppeln. Schlafsack bis zur Hüfte hochziehen. Nächste Decke um Schultern und Kopf wickeln. Schlafsack bis zum Kopf hochziehen, fluchend, weil die Schulterdecke verrutscht. Alles zurecht wurschteln. Reißverschluss zu. Erste Daunendecke zurückschlagen. Zweite Daunendecke zurückschlagen. Dabei Tobi aus Versehen den Ellenbogen ins Gesicht drücken. Unter den Decken nach unten rutschen bis der Kopf auf's Kissen passt. Fluchen, dass Schlaffleecehemd und Schlafpullover hochgerutscht sind. Alles wieder runterzuppeln. Gute-Nacht-Sagen. Bequeme Schlafposition finden. 3 Minuten später immernoch keine gefunden haben. Ningeln. Die perfekte Schlafposition finden. Feststellen, dass das Licht noch an ist und fluchen. Licht ausmachen. Wieder einmummeln. Versuchen zu schlafen. Bemerken, dass es nun doch zu warm ist. Schlafsackreißverschluss ein Stück aufziehen. Socken ausziehen. Mit den Füßen, versteht sich, denn der Oberkörper hatte ja schon die perfekte Position gefunden. Noch mehr einmummeln. Bei eintretender Stille feststellen, dass die Nase Quietschgeräusche beim Ausatmen macht. Naseputzen. Einummeln. Noch einmal auf die andere Seite drehen. Wieder einmummeln. Feststellen, dass man eigentlich noch gar nicht müde ist. Ausmummeln und Blog schreiben.
Wer zwischendurch das Gefühl hatte, das wären verdammt viele Klamotten und Decken, dem sei gesagt: Richtig! Das erklärt sich damit, dass wir in den Bergen einige Male Eis an der Decke des Autos hatten. Innen! Dank Einmummeln weckt uns also zumindest nicht mehr die Kälte, sondern nur noch die dicken Wassertropfen, die uns auf die Stirn platschen wenn's morgens taut :)

frostige Zeiten

3 Kommentare:

  1. hihi, die ein-und ausmummel-geschichte finde ich am besten - wie gemacht für ein hyperaktives kind so als gute-nacht-vorles-geschichte mit interaktiver beteiligung

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  2. Wie jetzt? Es gab ein deutsch-deutsches Wiedersehen auf australischem Boden und da habt ihr euch noch ni mal die Mühe und ein Foto gemacht?

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    1. Na hör mal, wir wollen nicht allzu sentimental werden :)

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