Dienstag, 21. Mai 2013

Vom Couchsurfer zum Luxus-Touri

Tobi liegt in der Wanne, ich sitz im Bademantel vor'm Rechner... Klingt komisch? Nun, wir haben gestern in einem dieser Hotels eingecheckt, von denen immer alle reden und - es fetzt :) Aber wir starten ganz der Reihe nach:

Brunei haben wir hinter uns gelassen, zumindest vorerst. Wir fanden während des letzten Wochenendes allerdings noch einige spannende Sachen heraus.


Hier fließt der Rohstoff quasi ohne Umwege und Aufpreise in die Zapfsäule

Zum Beispiel, dass die Hauptstadt 'Bandar Seri Begawan' übersetzt soviel heißt, wie 'Hafen des verehrten Herrschers'. Dieses fasst wiederum ganz gut unseren - quasi - zweiten ersten Eindruck zusammen. Nach ein paar Tagen im Land hatten wir schlussendlich bei der Abreise am Busbahnhof (jahaha... den haben wir tatsächlich noch gefunden) einen jungen Brunei/er/i/esen/aner getroffen (wie genau die Einwohner bezeichnet werden, wollte uns auch die große schlaue Suchmaschine im Internet nicht verraten). Der junge Mann hat uns einiges mehr noch berichten können, als unsere Gastgeber schon wussten. Zum Beispiel, dass der Sultan tatsächlich in Saus und Braus lebt. Pro Tag werden etwa 167.000 Barrel Öl produziert. Die Hälfte der Einnahmen fließt in die Staatskasse, also mehr oder weniger in die des Chefs selbst. Das beschert ihm genug Geld, um an die 1000 Autos sein Eigen zu nennen (einige dafür ausschließlich für ihn gebaut), sich den größten Palast der Welt bauen zu lassen und soviele Flugzeuge zu besitzen, dass jedes Mitglied der Königsfamilie im eigenen Airbus verreisen könnte.
Aus heutiger Sicht werden die Ölvorkommen in etwa 25 Jahren erschöpft sein. Was danach folgt ist ungewiss, denn außer dieser Industrie wurde keine zweite aufgebaut. Selbst der Tourismus wird - wie wir selbst erfahren durften - recht klein gehalten.
Den jungen Bewohnern des Landes stehen kaum Türen offen - übertrieben gesagt hat man die Wahl zwischen Ölabbau oder Ausreise, um alternative Jobs zu finden. Unser Busticketverkäufer träumt beispielsweise von einem Politikstudium. Nun... das gestaltet sich doch etwas schwierig in einem Sultanat, wie er feststellen musste. Die Arbeitslosenquote unter den Jugendlichen sei außerdem enorm hoch, was an der Gesamtzufriedenheit natürlich noch mehr kratzt.
Viele der Arbeiter im Land stammen zudem aus Nachbarländern. Was an deren Zufriedenheit kratzt ist wiederum der Fakt, dass es all die tollen Förderungen überwiegend nur für 'locals' gibt.
Auch die Bevorzugung einer bestimmten Religion (nennen wir sie hier mal Islam) ist nicht außer Acht zu lassen.
Alles in allem haben all diese Infos das glänzende Brunei doch etwas entzaubert, was unsere Lust, die Hauptstadt zu entdecken, aber nicht im Geringsten mindert.

Das vergangene Wochenende haben wir in Kuala Belait und überwiegend unspektakulär verbracht - wir haben erfolgreich versucht, uns im Infrastruktur-Dschungel zu orientieren, um einen guten Weg zurück nach Malaysia zu finden. Außerdem haben wir viel gelesen und landestypische Eigenheiten entdeckt.
Da wären zum Beispiel all die Gerüche... Abgestandenes Wasser in Straßengräben, Fischstände auf dem Markt und - die Durian... Die Durian ist eine Frucht, deren Beschreibung den Rahmen unseres Blogs sprengen würde. Ich hielt es allerdings für unfair euch die folgende Seite, die ich auf der Suche nach treffenden Infos fand, vorzuenthalten. Somit hier der Link und die wärmste Empfehlung, ihm zu folgen: http://bethge.freepage.de/duriandt.htm
...
Wir, für unsere Begriffe, haben uns für die 'Anti'-Seite entschieden. Während der Geruch in unseren Augen noch das Beste am Ganzen war, bescherte uns der Geschmack Brechreiz. :)



kunterbunte Frühstücksschale

Da lacht das Ossi-Herz: Bananen in allen Farben und Größen
Kokosnuss-Wasser haben wir getrunken - frisch aus der Nuss. Das war lecker.


Tiere die wir in den letzten zwei Tagen entdeckten reichten von Geckos im Zimmer (gut gegen Spinnen) bis hin zum Kaiman im Abwasserkanal. Von den streunenden Katzen können sicher auch Besucher anderer Länder ein Lied singen. Ich würde die ja am liebsten alle retten. Wenn meine Mutti mit hier wäre, hätte sie in 2 Tagen sicher schon 5 bei sich zu Hause aufgenommen, inkl. Wurmbehandlung, Komplettwaschung und Kastration :)





Der Islam, der in Brunei zu 67% Prozent vertreten ist, fasziniert, denn er ist so völlig das Gegenteil vom dem was wir aus Deutschland kannten. Jeden Tag schallen mehrfach schöne Gebetsgesänge aus den zahlreichen Moscheen. An fast jeder Ecke gibt es kleine Gebetshäuschen und Freitags von 12 bis 2 ist generell alles geschlossen - wegen des Gebets natürlich. In der Tat faszinierend.

eine Moschee an der anderen... sozusagen



Gestern haben wir uns nun per Bus und Flugzeug wieder zurück nach Malaysia begeben - allerdings sind wir auf Borneo geblieben. Der Flug war eine Klasse für sich - nämlich mit nur 7 anderen Passagieren in einer Mini-Maschine, die einem die Turbolenzen quasi 1:1 weiterleitet. Spaß hatte da nur der Tobi :)


die teuflische Maschine


Statt Couchsurfen wollten wir diesmal auf die K... hauen und haben im 5-Sterne-Resort eingecheckt. Das ist mal richtig cool. Wir werden voll betüdelt und alle sind so furchtbar nett zu dir, wenn sie wissen, dass du im Grunde ihren nächsten Familientrip bezahlst :)

die Sa(x)en relaxen


Neben all den kleinen Annehmlichkeiten ist unsere strategische Lage hier auch viel besser: 5 Inseln vor der Haustür, den Dschungel nebenan und der höchste Berg Südostasiens in Sichtweise. Es kann losgehen! :)


Randnotiz zum Schluss: Wir haben unseren Blog gepimpt :) Jetzt wisst ihr immer, wo wir gerade sind oder vorher waren, wie das Wetter ist (besonders wichtig für den guten Deutschen) und - als kleines Highlight - könnt ihr euch mit eurer E-Mail-Adresse anmelden, um immer Info zu bekommen, wenn's was Neues gibt. Ist das toll oder ist das toll :)


Bis bald ihr Lieben daheim! Wir denken an euch!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen