wir waren wandern... schon wieder... es wird aber jedesmal schöner. Ehrlich! :)
Am 26.1. ging es zum Bicentennial Tree. Ein über 60m hoher Karri-Baum (Eukalyptus), der fein säuberlich präpariert wurde, um Buschbrände schneller lokalisieren zu können. Dafür schlug man spiralförmig nach oben gehend etwa 1m lange Eisenstangen in den Stamm, welche quasi als Leiter dienen, um auf die Plattformen in 25m und 60m Höhe zu gelangen. Angesichts des sonst so sicherheitsbedachten Australiens grenzt es an ein Wunder, dass der Aufstieg auf dieses Bäumchen noch immer für Alles und Jeden gestattet ist. Denn außer einem kleinen Maschendrahtzäunchen als Randabsturzsicherung gibt es keinerlei Sicherheitsvorkehrungen. Man könnte also lockerflockig durch den fast 1m großen Abstand zwischen den Eisennägeln flutschen, um sogleich auf dem Boden zu zerstauben. Gegen diese waghalsige Unternehmung hatte ich mich also direkt zu Beginn entschieden, was Tobi und Lydi aber vom Aufstieg nicht abhielt. Die Aussicht war grandios und Belohnung genug, um in diese schwindelerregenden Höhe zu stiefeln. Die Hose voll hatten aber dennoch beide ein bisschen :)
Nächster Stop am gleichen Tag war der Mandalay Beach... wieder ein Strand... wieder ein sehr schöner Strand. Strahlend weißer Sand, türkises Wasser mit tollen Wellen und rechterhand erneut spannende Felsformationen, rundgelutscht vom Meer. Und hätten wir uns bei Ebbe dahin bewegt, hätten wir sogar noch ein im Jahre 1911 schiffbrüchiges Wrack bewundern können. Naja... haben wir aber nicht. Stattdessen hatten wir dann Letscho mit Reis, gekocht von Lydi :)
27.1. - Wandern im Wald
Wir machten uns pünktlich morgens halb 11 auf den Weg zur nächsten Holzattraktion - der Giant Tingle Tree. Auch dieser lustige Gesell ist ein Eukalyptus und hat einen stattlichen Durchmesser von 8m erreicht. Zugegeben, wir persönlich würden diesen "Durchmesser" nicht unterschreiben, denn innen ist das Ding ziemlich hohl, auch wenn's oben noch fleißig weiter vor sich hin grünt. Jedenfalls laßen wir (zur Verteidigung unseres borkigen Freundes) aber später, dass die Bäume alle so aussehen. Denn Pilze, Insekten und Buschbrände sorgen in gutem Zusammenspiel dafür, dass der Gute jegliche überflüssige Pfunde verliert. Durchmesser hin oder her... Danach ging's in das Tal der Giganten, oder auf Englisch "Valley of the Giants". Da gab's noch mehr von diesen größenwahnsinnigen Blattsoldaten und sogar eine Art metallenes Hängebrückensystem, mit dem Namen "Tree Top Walk". Höchster Punkt - 40m. Sah von unten gar nicht so hoch aus. Ehrlich... Die Aussicht haben Tobi und Lydi wieder sehr genossen. Bisschen wackelig war's, aber sonst ganz nett. Diesmal gab's auch ein richtiges Geländer :)
Angekommen sind wir dann abends noch in Denmark, ein beschauliches Örtchen in einer - hurra - Wein- und Feinschmeckerregion :) Deswegen sind wir am
28.1. auch gleich in die Toffee und Honig Factory gefahren und haben allerlei Leckereien gemampft.
Auch zur William Bucht sind wir gefahren. Dort gab es den Greens Pool zu bestaunen. Green ist hier allerdings keine besonders schmeichelnde Farbbeschreibung, denn eigentlich war das Meer wieder wunderbar türkis mit weißem Sand, seichten Wellen und einer warmen Brise. Leider auch zu viele Touristen aus aller Welt :) Direkt nebenan waren die Elephant Rocks. Die haben ihren Namen von den Elefanten, die sie da hin geschoben haben... nee... das war jetzt Quatsch, habt ihr sicher gemerkt :) Eigentlich haben die ihren Namen daher, dass sie von oben aussehen wie eine Elefantenherde. Zwischendrin fließt wieder das türkise Wasser, der weiße Sand... naja... ihr wisst schon - all das schöne Zeug eben :)
Zum Abschluss des Tages haben wir uns noch eine grandiose Weinverkostung auf einem bezaubernden Weingut eines zwei-Mann-Familienbetriebes gegönnt. Nobel, nobel :) Der Eigentümer war übrigens ehemaliger Besitzer der größten Pilzfabrik Westaustraliens. Also wenn ihr mal was von Graham Upson hört - der macht ganz leckeren Wein und sucht noch jemanden der seine edlen Tropfen in Deutschland vertreibt.
Dann fuhren wir zu unserem Schlafplatz - Shelley Beach. Ihr könnt euch nun vielleicht schon denken, wie's da aussah - weißer Strand, große Wellen, türkises Wasser, ... Diesmal denkt ihr euch aber noch einen kleinen Bach dazu, der genau in dieser Bucht in den Ozean mündet. Hinzu fügt ihr außerdem Delphine, die sich gesellig vor'm Strand tummeln. In den Hintergrund setzt ihr einige große Berge, die auch im Abendrot noch saftig grün strahlen. Links und rechts noch ein paar Klippen... und macht die Bucht nicht breiter als 100m, damit sie schön gemütlich bleibt. Vergesst nicht, dass sich weniger als 10 Leute dahin verirren und - wenn ihr schon so schön beim Vorstellen seid - fügt am Abend einen riesigen leuchtend orangen Vollmond hinzu, der über den Klippen am Horizont aufgeht, um anschließend goldgelb am Himmel zu drohnen und sich märchenhaft im Meer zu spiegeln. Wenn ihr denkt, das wäre jetzt zu schnulzig, habt ihr's euch genau richtig vorgestellt. :)
29.1. Ist der Kater aus dem Haus, tanzen die Mäuschen auf dem Tisch
Tobi hatte die Nase voll von täglichen 70000 Wörtern aus zwei weiblichen Mündern und beschloss, eine Auszeit zu nehmen. Praktischerweise verläuft zwischen Perth und Albany der 965km lange Bibbulmun Wanderweg, welcher förmlich nach einem neuen Abenteurer schrie. Also packte Tobi am Morgen jenes Tages seine Bemme ein und schnallte den Rucksack auf die gebräunten Schultern und schon ging's los. 17km gen Osten - mit viel Aussicht, Stille, Spinnen und Reptilien verschiedenster Art. Und nach knapp 4 Stunden war's auch schon wieder vorbei :)
Und da wir ja nun den halben Weg von der Bucht bis Albany schon hinter uns hatten (wir haben Tobi am Ende seiner Wanderung abgeholt), war es ja nur noch ein Katzensprung bis in die Küstenstadt Albany. Da sind wir nun noch immer und es ist echt schick hier.
Die Stadt hat einen ganz speziellen Art déco-ähnlichen Baustil und die Landschaft der Umgebung ist gespickt mit Nationalparks unterschiedlichster Art. Es gibt zig verschiedene Buchten und Landzungen und Kängurus und Wale (erzählt man sich) und Lachsbuchten sogar. Glücklicherweise hat unser lieber Günther hier unten ein Haus, in dessen Garagenauffahrt wir's uns gemütlich machen können. :) In der ersten Nacht haben wir jedoch dank Dunkelheit das Haus verfehlt und einfach mal bei Nachbars im Vorgarten genächtigt. Sind aber alle recht kulant hier :)
Der 30.1. war dann ein bisschen unspektakulär - nachdem wir Günther's Haus gefunden hatten, waren wir faul und haben uns am Middleton Beach im Sand geräkelt :)
31.1. - na, wer hatte denn da Geburtstag?! :) Happy Birthday nach Leipzig!!! :)
Auf dem Programm stand der Torndirrup Nationalpark und gestartet wurde mit "The Gap & Natural Bridge" - zu deutsch "Die Lücke & Natürliche Brücke". Für alle, die noch nicht hier waren - es handelt sich dabei um zwei unwahrscheinlich beeindruckende Gesteinsformationen. Das eine ist ein riesiger Abgrund, der immer von Riesenwellen angepatscht wird. Das andere ist eine Steinbrücke, die nicht von Menschenhand, sondern vom Wasser gebaut wurde. Schaut euch am besten die Bilder an. Mit Worten ist das quasi nicht zu beschreiben :) Nur soviel - Faszination und Höhenangst waren wieder ganz dicke dabei :)
Anschließend ging's noch ein Stück weiter zu den Blowholes - kleine Felsspalten, durch die von unten, Wind und Wellen sei Dank, Luft und - wenn man Glück hat - auch Wasser gesprutzt wird. Das ganze mit viel Druck und walähnlichen Pustegeräuschen und vibrierendem Boden. Toll!!! :)
Tagesabschluss dann mit späten Mittag und faulenzen an der Frenchman Bucht und später Plinsen zum Abendbrot *nom nom nom*
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| Bicentennial Tree |
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| Mond über Albany |
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| Elephant Rocks |
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| Natural Bridge |
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| Tree Top Walk |
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