Donnerstag, 14. Februar 2013

Känguru Bommel

Wir verbrachten ein paar wirklich entspannte Tage in Albany, beobachteten Pelikanschwärme, Lydi hat bei einem Tauchgang ihren ersten Hai ! gesichtet (einen Teppichhai) und wir haben uns an tollen Stränden die Sonne auf die Plautze plautzen lassen.

Am 4.2. ging's schließlich los - es erwarteten uns ca. 400km Fahrt auf denen es recht wenig zu sehen gab. Wir legten einen Zwischenstop am Bremer Bay ein. Dort treffen sich Bremer River und das Meer. Dank des niedrigen Wasserstandes trafen sie sich am Tage unseres Treffens allerdings nicht und boten uns stattdessen 300m Sandstrand an dessen linker Seite der Fluss winkte und an dessen rechtem Ende das Meer wartete. Seht nachher einfach selbst :)

5.2. Wir fuhren weiter. Und fuhren... und fuhren... und fuhren... bis wir schließlich Esperance erreicht hatten. Eine Geisterstadt, denn irgendwie hatten sämtliche Einwohner und Besucher beschlossen, sich bei unserer Ankunft zu verstecken. Die Straßen waren so leer wie unser Tank. Wahrscheinlich aber waren alle einfach bei dem kurz zuvor gelöschten Buschfeuer in der Nähe - gaffen. Oder helfen. Das wäre löblich :) Nun. Zum Weiterfahren konnte uns erstmal nüscht mehr bewegen, also schlugen wir unsere Lager für jene Nacht auf dem zentrumsnahen Campingplatz auf. Damit verliehen wir der Stadt auch gleich ein bisschen mehr Leben :)

6.2. Deutsche Pünktlichkeit! Schlübber an, Hose hoch, Kaffee und Abfahrt! :)
Es ging zum Cape Le Grand Nationalpark, in der Stadt war nämlich immernoch nüscht los... wobei... verglichen mit den Outback-Städten, die wir schon gesehen hatten, glich Esperance doch eher einer Weltmetropole... ungefähr so wie.. Bodenbach und Berlin :)
Weitere 50km gen Osten und wir sollten einen idyllischen Campingplatz in unmittelbarer Strandnähe erreichen. So war es auch. Der Sand war wie Mehl und obwohl wir nun schon so viele weiße Strände gesehen hatten, war dieser doch nochmal eine ganze Ecke geiler. Nicht umsonst hat er den Titel, der weißeste Australiens zu sein. Das Meer war azurtürkisirgendwasblau (umwerfend auf alle Fälle) und verlor erstaunlicherweise selbst dann seine Farbe nicht, wenn es nur noch 5cm hoch über den Strand plätscherte. Und keine Menschenseele da. Herrlich :) Wir waren also erstmal faul und genossen die Landschaft.

Am Folgetag (na... einige werden's schon errraten haben... richtig... der 7.2.) haben wir uns den Nationalpark etwas genauer angeschaut. Wir waren wieder wandern. Diesmal ging es auf den 262m hohen Frenchman Peak. Der Anstiegswinkel war steil. Ich hätte auf senkrecht getippt, aber das war wohl nur mein ganz persönliches Empfinden. Oben gab es eine tolle, tolle Aussicht (muss ja, wenn rundrum alles flach is :) ). Außerdem gab es eine Höhle genau auf der Spitze, die, von Ferne betrachtet, aussah, als würde sie jeden Moment abstürzen. Wir waren alle mutig und sind bis zur Gipfelflagge hochgekrackselt. Und dann ging's wieder runter. Nächster Stop - Hellfire Bay. Gleicher blendend weißer Sand mit gleichem türkisdings Meer und diesmal noch Granitfelsen links und rechts. Tobi und ich haben mal wieder ein Angelversuch gestartet. Vielleicht sollten wir mal doch lieber über Briefmarkensammeln nachdenken... :)

8.2. Lucky Bay
Der nächste Tag, die nächste malerische Bucht. Leider fanden nicht nur wir die Bucht malerisch, was unsere fast schon zur Selbstverständlichkeit gewordene Ruhe aber nur gering störte. Wir sind ja schon tolerant diesen Touristen gegenüber und so... :)
Tobi und ich waren Schnorcheln, Lydi im Schatten des Sonnenschirms den Strand beobachten (mit Augen zu, schlafend...). Vorher sind wir alle fein in die großen Wellen gehüpft und danach... jahahaha... danahach... haben wir Kängurus gestreichelt! :) Die vielen Touristen haben die flauschigen Hüpfer irgendwie so zahm bekommen, dass man sie sogar tätscheln kann. Und auch ein paar lustige Fotos kann man machen. Manchmal machen die Kängurus Faxen und laufen weg, wenn man sie streicheln will. Dann entstehen auch tolle Fotos. :) Besonders fotogen war das Weihnachtskänguru. Weihnachtskänguru deswegen, weil sein Sack so groß war wie der vom Weihnachtsmann. Tobi hat ihn liebevoll "Bommel" getauft :)

9.2. Wir hatten den Rückweg angetreten, denn Lydi wollte wieder tauchen gehen. Diesmal lief es leider etwas... sagen wir... unorganisiert ab, aber immerhin war ihr Tauchpartner ein ganz Netter und die beiden hatten Kekse und Tee am Strand und Lydi durfte sich spannende Geschichten anhören über Tauchen, Skydive, Rafting und Wüstenfahrten... Und dann gab's schon Ahmdbrohd :)

10.2. Ab ins Auto und die nächsten 400km fahren. Gen Norden. Ziel: Kalgoorlie-Boulder.
Es handelt sich hier um eine Goldminenstadt, genauer gesagt zwei Städte, die eine Gemeinschaft bilden (so wie Dessau-Roßlau - nur heißer... und reicher... und interessanter... und mit niedrigerem Altersdurchschnitt). An diesem Tag reichte es aber für uns nur noch zum Ahmdbrohd...

11.2. Das volle Touri-Programm
Zuerst bestaunten wir die historische Stadthalle, mit ihrer Geschichte und dem Theater. Dann haben wir uns ein kleines güldenes Souvenir gegönnt, um danach gleich zur Besichtigung der großen Trucks weiterzudüsen. Die sind riiiieeesig!!!
Und dann ging's zur Superpit - die gigantische, erst 20 Jahre alte Tagebaugoldgrube, aus der jeden Tag tonnenweise Geröll gefahren wird, um hier und da Gold zu finden. Erstaunlicherweise - selbst nach über 100 Jahren Abbau - immernoch so viel, dass sich der ganze Aufwand rundherum noch lohnt (auch und vor allem wohl finanziell gesehen). Auf jeder 220-Tonnen-Ladung EINES! Trucks findet man gerademal ein münzengroßes Stückchen Gold (also nicht wirklich am Stück, sondern erst wenn alles geschreddert, gespült und geschmolzen wurde). Die Ausmaße der Grube belaufen sich inzwischen auf ca. 3,1km Länge, 1,5km Breite und 330m Tiefe, was das ganze Gebilde selbst aus dem Weltraum erkennbar macht.
Und als ob die Riesengrube nicht schon spannend genug gewesen wäre, konnten wir an diesem Tag sogar noch einer Sprengung beiwohnen. Aus sicherer Entfernung natürlich, was das Geschehen aber nicht minder spektakulär machte :)
Danach haben wir noch eine Tour beim Royal Flying Docor Service gemacht - das sind die fliegenden Ärzte, die sich um die schwer erreichbaren Regionen (davon gibt's hier ja 'n paar) kümmern. Im Übrigen werden die gar nicht so unwesentlich von Deutschland unterstützt :)
Das war für diesen Tag der letzte Akt. Es folgte das Ahmdbrohd und die wohlverdiente, gefühlte 840Grad heiße Nachtruhe. Wie sehnten wir uns jetzt nach den kühleren Küstenregionen...

12.2. Wir traten die Heimfahrt an... fuhren fuhren fuhren... Ahmdbrohd... schliefen... schwupp

13.2. fuhren fuhren fuhren... Zwischenstop Northam - recht unspektakulär, obwohl es anders angepriesen wurde... das machen die hier ständig - erzählen, wie viel es zu sehen gibt und wie toll es ist und die Geschichte... ach ja... die Geschichte... dann fällt denen auf, dass wir aus Europa kommen und sie nehmen zumindest das mit der langen Geschichte zurück, der Rest bleibt aber immernoch toll und unbedingt sehenswert... und am Ende... stehste an 'nem muffigen Fluß über den 'ne schnöde Brücke führt, die aber schon auch die längste und schönste und beste ist... hier... in dem Ort... an der Stelle... naja...

Wohlbehalten kamen wir jedenfalls wieder in Perth an und jetzt sind wir noch ein bisschen faul, tauschen Fotos und andere lustige elektronische Daten und morgen (Freitag) will die Lydi uns doch tatsächlich schon wieder verlassen, weil die Uni wohl wichtiger wäre... ts... :)

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